23.12.2005 Lingen, Grüner Jäger (X-Mas Show)

Ein Weihnachtsmärchen.......

Es waren einmal fünf Spielleute, die fuhren nun schon zum dritten Male gen Lingen um das geneigte Publikum dort mit ihrer Spiel und Sangeskunst gebührend auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Dies taten sie mit großer Freude und hatten eigens dafür Weihnachtslieder geprobt. Mit in ihrem Tross war auch heute wieder der getreue Midge, ein Meister seines Faches an den Fadern. Basti, der heute auf seinem Stand die kleinen Silberlinge, auf denen wie durch einen Zauber die Lieder der Spielleute verewigt sind und die Cromdale-Wämse feilbietet, ist heute zum ersten Mal dabei. Auch wieder dabei ist Ralf, der in seiner vorzüglichen Weise darstellt, dass ein Ableben gar so schlimm nicht ist. Die Spielleute haben sich sehr über die Arbeit dieser drei Recken gefreut.

Als die Spielleute in ihrer großen weißen Donnerkutsche Lingen erreicht hatten, wurden sie zuerst von den Wirtsleuten des Grünen Jägers herzlich begrüßt. Die Wirtin servierte ihnen sofort ein köstliches heißes Gebräu aus feingemahlenen gerösteten Kaffeebohnen und auch alle Mägde lasen den Spielleuten jeden Wunsch von den Augen ab. So brachten sie selbst die Milch für das dunkele Gebräu zum Schäumen.

Dann wurden eifrig Instrumente ausgepackt und auf die Bühne gebracht. Die Töne, die jedes Einzelne hervorzubringen vermag, wurden ausprobiert und vom Meister an den Fadern in die richtige Form gebracht, damit sich ein gleichmäßiger Wohlklang ergab. Die Bühne wurde mit allerlei Weihnachtstant geschmückt, bis sie sehr feierlich aussah.

Bald darauf war auch schon Essenszeit. Wieder einmal wurden allerlei Köstlichkeiten aufgetischt. Fleisch aus der Lende des Schweins wurde mit einem Hammer aus dem Holz der Buche zu einem zarten Fladen geklopft, in einer würzigen Panade gewälzt und anschließen gebraten. Dazu gab es Kartoffeln, die zu Stangen geschnitten in heißem Fett so lange gebraten wurden, bis sie eine Gold-gelbe Farbe angenommen hatten. Die Spielleute liessen es sich wohl schmecken.

Inzwischen hatte sich das Gasthaus gut gefüllt. Menschen waren von weit her gekommen, um sich mit den Spielleuten auf das sich nahende Weihnachtsfest einzustimmen und mit ihnen mal so zu feiern, wie es der Brauch ist. Viele waren den Spielleuten wohl bekannt und selbst das Nordsternchen blitzte am Firmament. Die Spielleute begannen zu spielen und sie spielten, bis der Schweiß ihre Kleider vollständig durchnässt hatte. Als das Fest sich dem Höhepunkt neigte begannen sie ihre Weihnachtslieder zu spielen und schauten dabei in die vielen fröhlichen Gesichter, die allesamt nun wohl den Glauben an den Weihnachtsmann wieder erlangt hatten. Zwischendurch betrat immer wieder diese finstere Gestalt die Bühne. Sie vermochte jedoch selbst durch das Ankleben eines weißen Bartes nicht als Weihnachtsmann überzeugen. Doch dann war er einfach da - der Weihnachtsmann - und beschenkte die Menschen mit lustigen roten Zipfelmützen.

Zu sehr später Stunde, als die Spielleute ihre Darbietungen längst beendet hatten und ihre weiße Donnerkutsche wieder bestiegen hatten wurde ihnen wieder einmal klar, dass es keine schönere Einstimmung auf das Weihnachtsfest geben kann.

Peter