24.05.2009 Bielefeld, Leinewebermarkt

Liebes Tourtagebuch,

es ist schon seit 1 ½ Stunden der 14.6.
Die Nacht ist klar und bitterkalt. Bei einer Temperatur von 5° Celsius betreten wir die riesige Bühne des 9. Irisch Folk Festivals in Poyenberg. Voller Zuversicht, dass die üppige Ausstattung an Bühnenlicht uns gleich mit ein wenig Wärme umschmeicheln wird, schauen wir ab sofort über eine gigantische Menge von Fans, die tapfer und in unsäglicher Feierlaune bis jetzt gewartet haben um uns zu sehen. Doch die Scheinwerfer, die die ersehnte Wärme bringen sollen sind viel zu weit weg, denn die Bühne ist groß, sehr groß. Also ist heute noch mehr Bewegung angesagt, viel Bewegung damit man nicht einfriert. Einige Jungs rechts vor der Bühne haben sich das T-Shirt auch noch ausgezogen. Kinders, ihr werdet doch alle krank.....

Es ist seit jeher guter Brauch, das bei Veranstaltungen mit mehreren Bands die Ersten stets die Letzten sind, will heißen, wer zuletzt spielt hat als erstes den Soundcheck. Dieses große Los hatten wir heute gezogen, und waren schon früh am Nachmittag auf dem schönen Gelände angekommen. Wir hatten unseren Bus ausgeladen, unseren Soundcheck gemacht, mit den netten Veranstaltern geplauscht und uns die vielen schönen Stände angesehen, die sämtliche Vereine und Initiative dem Dorf und der Umgebung aufgebaut hatten.

Jeder Stand hatte das Motto eines Landes und so hatten die 9000 Besucher, die hier erwartet wurden und letztendlich auch kamen unsäglich viele Möglichkeiten sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Das Festival war seit Wochen ausverkauft.

Wir vertreiben uns nun unsere Zeit, denn bis zum Auftritt wird es noch dauern. Ich mache erst mal ein Schläfchen im Bus. Als ich wieder aufwache treffe ich hinter der Bühne 1. das Buffet. 2. die Musiker von Rapalje, die wir ja schon aus dem Schlosshof kennen und 3. auch meine Band wieder, die sich an der Bierzapfanlage im Backstage zu schaffen macht. Die sind offensichtlich der Ansicht, dass noch genügend Zeit zum ausnüchtern ist. Ich zapfe mir dann auch eins und esse mich durchs leckere Buffet. Nach und nach treffen die anderen die Musiker von Paddy goes to Holyhaed und Sally Garden ein. Selten war es Backstage netter. Schön auch die kleine Sackpfeifeneinlage von Madiel und dem Piper von Rapalje. Hier wurden noch richtige Säcke getauscht.

Insgesamt also wieder ein großartiges Erlebnis, von dem 2 von uns so begeistert waren, dass sie nicht mal am nächsten morgen die zahlreichen Haustiere auf dem Hof des Landgasthauses streicheln wollten in dem wir übernachtet hatte. Es war zwar schon wieder hell, als wir uns dort gebettet hatten, aber wir hatten wenigsten noch ein bisschen Schlaf. Als wir die beiden dann beim Frühstück zu vermissen begannen, haben wir sie dann doch noch mit moderner Kommunikationstechnik gefunden. Sie hatten einfach durchmacht, mit dem netten Veranstaltern noch das ein oder andere Getränk genommen und schon mal ein wenig beim Aufräumen geholfen. Kann man ja auch mal machen.

Die Rückfahrt war dann weitaus weniger Entspannt als die Hinfahrt. Diese war ohne einen einzigen Stau gelaufen. Nun aber war es böse. Nicht nur, dass der Elbtunnel zu war. Auch danach konnten wir uns jeden Misthaufen Niedersachsens anschauen. Hatten wir für den Hinweg keine vier Stunden gebraucht, waren es zurück fast acht.

Trotz allem war es wieder großartig. Danke Poyenberg - Danke den netten Veranstaltern - und Danke unserer Fleißigen Crew.

Peter