05.08.2006 Homberg/Ohm, Hessenfolk

Liebes Tourtagebuch,

„Willkommen beim 5. Hessenfolk Festival. Um Ihnen den Auftritt zu erleichtern und den Besuchern ein tolles Festival zu präsentieren, haben wir vorbereitet: Soft-Getränke gegen den Durst stehen hinter der Bühne zur Verfügung. Essensmarke gegen den Hunger für jedes Bandmitglied ist beigefügt, d.h. insgesamt 8 Stück. Alkoholische Getränke bitte individuell mit den jeweiligen Gastronomen klären! Hier gibt es allerdings keine Verpflichtung.“

dies sind Zitate aus dem „Umschlag Vorabinformation“, der uns seitens des Veranstalters nach unserer Ankunft überreicht wurde. Dir kann ich es ja sagen, liebes Tagebuch: So ein Umschlag erleichtert den Auftritt nicht so wirklich. Erleichternd wäre es gewesen, wenn der Verfasser dieses Schreibens sich die Zeit es zu erstellen gespart hätte und stattdessen in einem Lebensmittelgeschäft Brot und entsprechenden Belag besorgt hätte. Daraus kann man dann einen Schnittchenteller herstellen, einen Kaffee dazu kochen und schon ist für die Band der Auftritt erleichtert. Sie fühlt sich willkommen geheißen und muss sich nicht fragen, wie jemand darauf kommt, dass eine einzigen Essensmarke auf die es genau eine Bratwurst im Brötchen gibt, irgendwie zu Erleichterung führen könnte. Siehst Du, liebes Tagebuch, Gastfreundschaft ist gar nicht so schwer. Man muss nichts aufschreiben, man muss sie nur Leben. So, das musste jetzt mal geschrieben werden und ich hoffe du nimmst es mir nicht gar so übel.

Nach dem überwältigenden Auftritt gestern beim Staatforsten Open Air in Vechta Bakum musste heute der Bus nicht komplett gepackt werden, sondern nur noch eine kleine PA bei Midge in Arnolds Bulli zusätzlich eingepackt werden. Heute fahren wir also mit zwei Autos. Auch Shiva ist heute mal im Bandbus mit dabei. Nachdem wir uns um 14 Uhr bei Thomas und Karin getroffen haben, geht’s los. 220 Km liegen vor uns und um 17:30 Uhr kommen wir im schönen Homberg an. Midge zaubert uns auf der kleinen Anlage einen recht ansprechenden Sound.

Um 20 Uhr ist Showtime. Und damit kommt endlich die Erleichterung. Die Fans sind da und geben uns reichlich von dem Brot, welches die Spielleute am leben hält. Brot, dass man zwar nicht essen kann, aber das einfach richtig gut tut. Ich verneige mich noch einmal vor euch allen. Ihr ward ein tolles Publikum und wegen euch würden wir sofort gerne wiederkommen.

Ja und dann gab es noch etwas zu feiern. Unser Marco hatte nämlich ab Mitternacht Geburtstag. Shiva und Karin hatten das mit den Geschenken organisiert, Wunderkerzen wurden angezündet und ein Ständchen wurde ihm dargebracht. Dann trennen sich unsere Wege und Arnolds Bulli fährt schon mal wieder Richtung Bielefeld. Der Rest von uns feiert noch ein bisschen mit den Fans und macht sich dann zu später Stunde auf den Weg zum Hotel. Ich freue mich auf ein warmes weiches Bett.

Doch schon kommt der nächste Hammer. Wir kommen nicht rein in das Hotel. Es ist niemand mehr da!! Wir klingeln, wir telefonieren und es passiert nichts. Andere Gäste kommen und erzählen uns, dass unsere Gastgeber sich auf einer Hochzeitsfeier befinden. Ich hoffe doch sehr, dass sie sich vorzüglich amüsiert haben die Herrschaften. Der Veranstalter hatte uns jedenfalls gesagt, dass hier jemand auf uns warten würde. Liebes Tagebuch, über solch eine geballte Ladung von Unverschämtheiten bin ich wirklich entsetzt.

Claus ist heute Abend der einzige unter 0,8. Also auf nach Bielefeld. Wir machen noch Rast in einem amerikanischen Feinschmeckerrestaurant, um uns mit Kaffee zu versorgen. Dann steuert Claus unseren Tourbus sicher durch die Nacht. Um 5:45 Uhr kommen wir am Probenraum an. Karin und Shiva helfen beim Ausladen der schweren Kisten........ganz-ganz herzlichen Dank dafür.

Dann auf nach Bielefeld. Um 7 Uhr endlich, das warme und weiche Bett. Es ist mein eigenes.

Liebes Tagebuch: Ich danke allen die dabei waren und uns unterstützt haben, doch ich verfluche diesen Veranstalter und den mir unbekannt gebliebenen „Gastwirt“: Beim Tanzen auf der Hochzeit möge er sich Blasen an den Füßen geholt haben, die zu eiternden Pusteln werden und drei Monde lang nicht heilen wollen.......

Peter