14.06.2008 Bonfeld, Folk im Schlosshof

Liebes Tourtagebuch,

Der Cromdaletross rollt wieder. Er rollt schon seit Wochen, wenn man die Zeit der Vorfreude auf Folk im Schlosshof 2008 mit einbezieht. Aber nun geht es wirklich los. Wir nehmen die 450 km ab Proberaum unter insgesamt 12 Räder. Ich selbst fahre im Bandbus mit. Das hat einerseits den Vorteil, dass beim Einladen der schweren Cases, sich das vertraute Ziehen im unteren Lendenwirbelbereich breit macht, andererseits kann man bei lustigen Würfelspielen mit den lieben Kollegen viele virtuelle hochprozentuelle Getränke zu sich nehmen.

Thomas, Karin, Thomas P., Ralf und Lucija waren schon am Donnerstag nach Bonfeld gefahren. McAlbi und Elke fahren im eigenen Fahrzeug hin. Im Bus sind mit mir also Antje, Arnold, Marco und Madiel. Midge laden wir noch auf einem Parkplatz an der A 33 dazu.

Komischerweise finde ich die Fahrt heute gar nicht so langweilig. Das mag daran liegen, dass mir die Strecke nach Bonfeld inzwischen vertraut ist und die besagte Vorfreude auf die inzwischen vierte Teilnahme am zweifelsohne schönsten Folkfestival in diesem Lande jegliche Langeweile vertreibt.

Wir checken bei Ankunft in Bad Wimpfen erst mal im Hotel ein. Einmal kurz die Beine lang gemacht und wir fahren zum Festivalgelände in das 5 Km entfernte Bonfeld.

Was das Ankommen auf dem Festivalgelände für mich bedeutet, dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein. Es war einmal ein junger Leimener. Dieser wurde in der ganzen Welt berühmt, weil er ein Meister darin war, Filzkugeln mit einem Gerät über ein ungefähr zwei Ellen hohes Netz zu schlagen. Dieses Gerät dient normalerweise eher dazu, die Posen eines Spielmannes vor dem Spiegel zu üben. Auf einer Wiese in einem Stadtteil von London gelang ihm dieses immer am besten, denn er schlug die Filzkugeln so geschickt über das Netz, dass seine Gegner beim vielen hinterherlaufen müde Glieder bekamen und die Filzkugeln nicht mehr richtig trafen. Und weil es für ihn dort immer so rundherum schön war, nannte er diese Wiese gerne sein Wohnzimmer. Später erlangte dieser Leimener eher traurigen Ruhm, weil er rund um den Erdball die Frauen schwängerte. Dieses geschah der Sage nach sogar in Besenkammern. Nun, was hat Cromdale mit dem Leimener gemeinsam? Außer dem Wohnzimmer eigentlich gar nichts und Besenkammern haben wir im Schlosshof keine gesehen (Doppelschwör!!!).

Es war wieder für alles gesorgt und wie schon früher oft gelobt ist das FIS mit seinen tollen Orgateam, den vielen Helfern und inzwischen Freunden für uns der absolute Höhepunkt. Ein Dank geht hier auch an Olli und Christoph unsere fleißigen Bandguides, denen es gelang alle unsere Bitten zu erfüllen. Selbst frische weiße Handtücher haben sie uns besorgt. Ich hoffe inständig, sie hingen nicht auf einer Bonfelder Wäscheleine....

Das FIS ist auch ein wenig Urlaub und Balsam für die Seele. Neben all dem vielen Drumherum haben wir natürlich auch Musik gemacht. Das war diesmal um so spannender, weil unsere drei Neuen Antje, McAlbi und Madiel hier ihre Feuertaufe erleben sollten. Der Soundcheck am Samstag Mittag war diesmal ein wenig aufwendiger, weil die alten Erfahrungswerte nicht mehr zählten. Aber es ging mal wieder alles gut.

Um 18:30 war dann Showtime. Und was soll ich sagen: Großartige Fans treiben einem einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Klatschende Hände so weit das Auge reicht Wahnsinn!!! Feuertaufe gelungen, würde ich sagen.

Nachdem wir unsere Siebensachen wieder im Bus verstaut haben, schauen wir uns großartige Bands an, plauschen mit den Fans an Merchstand, der von Karin, Elke und Thomas P. (der Merch-Azubine) super betreut wurde. Einen ganz großen Dank dafür!

Spät in der Nacht bekommen noch 3 von uns die gerechte Strafe vom Brakelmann, als sie samt Biergartenbank rücklings im Dreck landen. Der Schlaf in der Nacht zum Sonntag ist wenig aber dafür umso tiefer. Am nächsten morgen noch mal ein Besuch auf dem Platz, wo die Aufräumarbeiten schon in vollem Gange sind und die herzliche Verabschiedung vom besten aller Orgateams. Dann rauschen wir gen Heimat.

Mein Dank geht an alle, die uns in der letzten Zeit unterstützt haben, an das Orgateam vom FIS und an unsere großartigen Fans. Wir sehen uns.

Peter