23.06.2006 Bonfeld, Folk im Schlosshof

Liebes Tourtagebuch,

dir kann ich es ja sagen. Vor dem FIS war ich seit Tagen supernervös und gespannt. Es war dieses Gefühl von Weihnachten, wenn man sich als kleiner Junge fragt, ob der Weihnachtsmann die Bitten nach einem Wellensittich erhören wird. Schon über den letzten Proben lag eine große Spannung, nicht unangenehm, sondern eher voller Vorfreude. Ha, und dann geht es endlich los. Thomas, Karin, Antje unser Gast an der Fiddel und Ralf waren schon am Donnerstag zur Sessionnight gefahren und der Rest vom Cromdale Tross wird ergänzt durch Regine und Christine. Wir fahren am Freitag gegen 10 Uhr los. Der allgegenwärtige, uns inzwischen gut bekannte, Stau vor der letzten Autobahnabfahrt zwischen Sinsheim und Bad Rappenau wird diesmal geschickt umfahren und so landen wir gegen 16:30 Uhr wohlbehalten in unserem Wohnzimmer beim FIS 2006. Wir sind nun zum 3.Mal hier, und wie schon gesagt, es ist wie nach Hause kommen. Viele Freunde sind hier und überall gibt es herzliche Begrüßungen. Dann treffe ich den Thomas und das hat mich in der Tat erschrocken. Einfach nur krank der Mann. Er hatte schon am Vormittag einen Arzt aufgesucht und eine ganze Tüte voller Wundermittel gegen Fieber und Bronchitis bekommen. Da heißt es Daumen drücken und hoffen, dass er in den nächsten 24 Stunden wieder einigermaßen fit wird.

Beim FIS war es ja schon immer so, man kann die Seele baumeln lassen und lässt es sich einfach gut gehen. Wir haben einen speziellen Bandbetreuer, den Simon. Er ist für alle Wünsche offen und um es gleich vorweg zu nehmen, er hat seine Sache ganz hervorragend gemeistert. So können wir den ersten Tag des FIS bei tollen Bands und leckerem Essen einfach nur genießen. Der schöne Abend geht zu später Stunde zu Ende und der Shuttle Bus bringt uns zu unserem Hotel. Dann die Überraschung: keine Schlüssel sind hinterlegt und niemand vom Hotel ist mehr da. Der Ärger darüber währt jedoch nur kurz, denn wir haben ja den Simon und irgendwie schafft er es, uns mitten in der Nacht ein anderes Hotel zu besorgen und uns dort abliefern zu lassen. Alle Achtung!!! So falle ich dann in einen tiefen Schlaf. Am nächsten morgen nach dem Frühstück geht es für Regine und Christine nach Bad Wimpfen zur Besichtigung der historischen Altstadt und für die Musiker zum Soundcheck auf das Festivalgelände zum Schlosshof. Thomas ist immer noch von der Rolle und wir hoffen alle, dass seine Stimme heute Abend durchhält.

So ganz nebenbei ist ja auch noch die Fußball WM. Zwischendurch höre ich vom Bierstand neben unserer Bühne zweimal den großen Jubel und Franz vom Veranstalterteam läuft mit einem großen Schild durch die Menge um die Zwischenstände von Spiel Deutschland/Schweden anzuzeigen. Wir haben heute auch das große Vergnügen, Gaby alias Syriel, die dem Thomas und mir die schönen neuen Kilt genäht hat, einmal persönlich kennen zu lernen. Sie ist mit ihrer Familie aus Siegburg angereist, um uns endlich einmal Live zu erleben.

Um 22:00 Uhr ist Showtime. Die Strasser Garde hat die Menschenmenge von der Schlosshofbühne mit einem Marsch zu uns gebracht und spielt von unserer Bühne noch Loch Lomond. Sehr ergreifend. Die Stimmung bei den Fans ist unfassbar und die Spannung ist kaum auszuhalten. Dann läuft auch schon unser Intro. Jolly Death betritt die Bühne und die Menge tobt. Dann rauf und spielen. Die Fans sind heute unglaublich und meine Gänsehaut will gar nicht mehr aufhören zu kribbeln. Es wird getanzt, mitgesungen und eine schöne Party gefeiert. Viel zu schnell geht es vorüber und nach einigen Zugaben verlassen wir erschöpft die Bühne. Thomas hat prima durchgehalten und nun darf er endlich krank sein.

Im Backstage gibt es noch leckeren Lachs und kühles Bier. Zu später Stunde fährt Horst und dann zum Hotel. Am nächsten morgen fahren wir wie üblich noch einmal in den Schlosshof, um uns zu verabschieden. Wir sitzen noch ein wenig im extra für das FIS eingerichteten Irish Pub und rauschen dann gen Heimat.

Es bleibt dabei: Das FIS ist der absolute Spitzenreiter. Vielen Dank an Alle, die hier mitwirken. Ihr habt es geschafft, Maßstäbe zu setzen. Wir waren nun drei Mal hier und jedes Mal war es fantastisch. Danke auch an Alle, die uns unterstützt haben: an Karin, Antje, Ralf, Midge, Shiva, Pebi, nicht zu vergessen Simon, den besten Bandbetreuer aller Zeiten und natürlich an Euch, die Fans.

Wir sehen uns auf dem Fis 2007 so oder so!

Peter