26.06.2005 Bonfeld, Folk im Schlosshof

Wir hatten uns alle so gefreut, wieder in Bonfeld dabei zu sein – und nun ist dieses gigantische Wochenende leider schon wieder vorbei.....

Einen Eintrag dazu in unser Tourtagebuch zu schreiben ist ganz einfach – gebt mir 4 Wochen, dann schreibe ich ein Buch drüber. Kurz und knackig soll es sein - na gut ich probier´s mal. Zur Hinfahrt: Sie war weder kurz noch knackig! Ich selbst habe viel geschlafen und und musste einige Sticheleien, besonders von Leon (das ist Marcos 12 Jähriger Sohn) und seinem Freund David, die uns diesmal begleiten, hinnehmen, weil ich bei der brüllenden Hitze auf irgendeinem Rasthof einen Teller Spagetti gegessen habe. Der 12 Km - Stau, kurz vor dem Ziel, erinnerte uns dann stark ans Vorjahr, als wir die Abfahrt Bad Rappenau zwar sehen aber nicht erreichen konnten . Die Ankunft auf dem schönen Festivalgelände im Schlosshof zu Bonfeld war dann allerdings irgendwie, als würden wir nach Hause kommen. Wir trafen als erstes unseren Thomas, der mit Karin und Ralf schon am Tag vorher zur Session Night gefahren war und gerade von einem Ausflug mit den Kollegen von Bardic und Enter the Haggis aus Bad Wimpfen zurück gekommen war. Dann, in der Tiefe des Backstagebereichs, viele bekannte Gesichter. Das Gefühl, hier im letzten Jahr echte Freunde gefunden zu haben, erfährt Bestätigung auf ganzer Linie. Wir sehen uns am Freitag großartige Bands an, essen perfekt zubereiteten Lachs und Arnold und ich liefern uns auf der Aftershowparty einen lustigen Absturz mit leckerem Kilkenny....

Der Samstag steht natürlich erst mal im Zeichen unseres Auftrittes um 18:15 Uhr. Es gibt noch einiges an Vorbesprechungen, denn wir haben ja hier unsere Premiere zu unserer „Out of the Dark „ - Tour. Ich glaube, wir sind auch deswegen so aufgeregt wie lange nicht mehr.

udem spielt auch in diesem Jahr Colin wieder den Dudelsack und die Flöten und wir müssen ihm leider beibringen, sein Intro von Claymore von ca. 20 Sekunden auf 5 Minuten auszudehnen. Selten habe ich ihn so schwitzen sehen, wie nach dieser Besprechung. Der Soundcheck findet bei brütender Hitze am frühen Nachmittag statt. Habe ich beim Soundcheck Fernsehkameras gesehen oder war es ne Fata Morgana ? Midge und Sarah steckten während unseres Soundchecks noch im Stau kurz vorm Ziel. Gut, hier sind fähige Techniker die machen das erst mal. Midge kann dann beim Auftritt noch die soundmäßige Petersilie obendrauf geben. Und dann haben wir natürlich noch gespielt. Um 18:30 Uhr vor einem wunderbarem Publikum, dass mir ein wohliger Schauer nach dem anderen über den Rücken lief. Viele bekannte Gesichter waren dabei. Ich nenne jetzt mal keine Namen, weil ich niemanden vergessen möchte. Auf jeden Fall hatten wir heute eines der gesangsfreudigsten Auditorien seit langer Zeit. Viel zu schnell ist es vorbei – ich glaube, wir hätten alle noch gerne ein Stündchen drangehängt. Nun ist erst mal Entspannung angesagt bei den netten Menschen hinter der Bühne, den anderen Bands, beim Lachs, beim Bier und beim Schmaltalk hier und da – es ist eben rundherum zum Wohlfühlen hier, weil für alles gesorgt ist. Der Absturz auf der Aftershowparty wird an diesem Abend noch ein wenig heftiger. Schön gesungen haben sie die Vögelchen, als wir bei Anbruch der Morgendämmerung im Hotel ankamen.

Am Morgen danach schauen wir noch mal im Schlosshof vorbei. Die Aufräumarbeiten sind im vollem Gange. Wir verabschieden uns vom Orga -Team und einigen Helfern. Was soll ich sagen ? FIS ist DAS perfekt organisierte Folkfestival. Vielen Dank an das gesamte Team und an alle, die mitgewirkt haben. Wir haben uns bei Euch einfach total wohlgefühlt. Vielen Dank an Euch und die Fans aus Bonfeld. Ihr seit ein Tolles Publikum! Wie sagten die Jungs von Enter the Hagis noch ständig: Great Audience !!

Das finde ich auch.

Peter