03.09.2004 Kulturinsel Einsiedel, Folklorum Festival

Endlich geht es wieder los. Die Vorfreude auf das Folklorum Open Air hat schon seit Tagen ein wohliges Kribbeln in meiner Magengegend verursacht. 2001 waren wir ja schon mal hier und es war einfach gigantisch Beim Thema gigantisch wäre auch die Fahrt zu erwähnen. Fast 600 Km ab Übungsraum Döhren. Schon auf der A2 bei Porta Westfalica, wünschte ich mir einen Hubschrauber, der unseren Tourbus einfach an einen Haken nimmt und uns über diesen grässlichen Stau bis mindestens zum Magdeburger Kreuz, oder besser, auch gleich bis zur Kulturinsel bringt. So hätten wir uns die Suche nach Verlassen der Autobahn nach diesem wirklich außergewöhnlichen Fleckchen Erde auch noch erspart. Die Sonne war lange untergegangen, als wir endlich fündig wurden. Der Empfang war sehr herzlich. Ein netter Mensch fragte: Was ihr seid schon da? Alle Achtung liebes Orga-Team - wenn ihr gestresst wart, wir haben es jedenfalls nicht bemerkt. Immer wieder ein Erlebnis ist das Orgabüro. Perfekt eingerichtet in einem Baumhaus. Es gibt viel für die Sinne hier, leckere Beskidenwurst (ich muss das jetzt schreiben) vom Grill, exotische Gerüche und das Auge kann unendlich viel Ungewöhnliches entdecken. Wir befinden uns auf dem größten echten Abenteuerspielplatz in Europa und Disneyland ist eine Würstchenbude dagegen :-). Wir spielen heute erst um 1:30 Uhr, also gehen wir erst einmal auf Entdeckungsreise. Zusammen mit Claus und Midge gehe ich durch einen kleinen durch Sträucher gebahnten Hohlweg und wir landen prompt im Irrgarten. Schön auch, wie sich beim Durchkriechen einer Röhre der Inhalt meiner Bierflasche über meine Hose ergoss. Musiker orientieren sich nach dem Gehör, sonst würden wir jetzt noch vielleicht in einem der Gänge vermodern und wären niemals in den Genuß gekommen, das wunderbare Publikum auf dem Folklorum zu erleben. 0: 15 Uhr: zügiger Aufbau und kurzer Soundcheck. Midge macht mal wieder perfekte Arbeit am Pult. Wir fühlen uns wohl. Leider musste Jolly Death heute in seiner Gruft bleiben. Ich kann nur sagen, er hat was verpasst. Vom ersten Stück an wurde vor der Bühne ausgelassen getanzt. Selten hat ein Publikum lauter bei NaNaNa gesungen. Schön anzusehen auch der "Unkaputtbare" vor der Bühne, der uns bei Textaussetzern garantiert hätte weiterhelfen können. Nach fünf Zugabestücken verließen wir erschöpft, aber glücklich die Bühne. Alles wieder rein in den Bus, noch ein kleines Nachtmahl von einem Bier begleitet und dann ab zur Unterkunft, denn was wünscht man sich zu so fortgeschrittener Stunde mehr als ein sauberes Bett. Schön auch, dass uns jemand vom Orga- Team den Weg gewiesen hat, sonst würden wir wahrscheinlich heute noch suchen. Nach einem viel zu kurzen Gang am nächsten Morgen über das Gelände ließen wir Arnold, zurück. Er wollte sich noch zünftig im einem der Irrgärten verlaufen und das Festival bis zum Ende erleben. Die Rückfahrt war dann rekordverdächtig. Ein Hubschrauber hätte uns wohl nicht mehr folgen können. Und wenn I Ihr mal in der Lausitz seid, schaut euch die Kulturinsel an. Es wird auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis sein - Versprochen.

Peter